Abenteuer Koh Phayam


"PAYAAAM!" ist der Ruf, den man an diesem Ort am häufigsten zu hören bekommt. Er gibt der gleichnamigen Insel im Südwesten Thailands ihren Platz auf der Weltkarte. Koh Phayam - unweit der Stadt Ranong hat mich seit Kurzem fest im Griff. Dabei hatte ich diesen idyllischen Ort überhaupt nicht auf meinem Radar. Ein glückliches Geschick des Universums spülte mich vor rund vier Tagen an die weißen Sandstrände mit dem wohl feinsten Sand, dem ich in Thailand bisher begegnet bin. Doch der Reihe nach ...

Als ich mich vor vier Tagen im verschlafenen Städtchen in der Provinz Khura Buri morgens mit meinem Backpack an der lokalen Busstation einfinde, tue ich diese in der vagen Absicht gen Norden in die Stadt Ranong weiterzureisen. Ich kaufe mein Ticket an der Station, was ich empfehle, wenn man es nicht bereits über die Unterkunft bekommen hat. Im Internet können diese manchmal etwas teurer sein. Der Bus ist überfüllt, d.h. zwei Stunden im Gang stehen, doch dieses Opfer bringt man gerne, wenn man das Privileg bekommen hat, reisen zu dürfen. Ich lerne netten Menschen kennen: Ein Paar aus München und eines aus Landau in der Pfalz. Nach etwa einer Stunden stoppen wir. Als es nach 10 Minuten immer noch nicht weitergeht, macht sich leichte Unruhe bemerkbar. Dann kommt die Diagnose: Achsenbruch. In Thailand bedeutet das: ein Bus voller Reisender fürs Erste gestrandet. Wann es weitergeht, weiß niemand, die Aussagen der Busfahrer bleiben nebulös. Durch das Schicksal der Buspanne verbunden, bilden sich rasch kleinere Grüppchen, die sich erregt über andere Möglichkeiten der Weiterreise austauschen. So kommt es, dass ich mich rund eine halbe Stunde später mit sechs anderen Reisenden auf der Ladefläche eines Pickups befinde. Eine herrliche Erfahrung, die restliche Strecke auf diese abenteuerliche Art und Weise zurückzulegen.


Da einige meiner Mitreisenden berichten von Ranong per Speedboot direkt nach Koh Phayam weiterzureisen, schließe ich mich kurzerhand ihren Plänen an, ohne zu wissen, was mich erwarten wird oder um welche Insel es sich dabei eigentlich handelt. Ein weiteres erfreuliches Geschick des Universum offeriert mir, dass in den äußerst gefragten Unterkünften auf der Insel noch ein letztes Zimmer in einem Tent direkt am Strand verfügbar ist - zu einem äußerst moderaten Preis. Rund eine Stunde später sitzen wir gemeinsam mit dem halben Bus in einem Speedboot Richtung Koh Phayam. Meine Intention mich bei meiner Reise treiben zu lassen und mit dem "Flow" zu gehen, hat sich wieder einmal als Glücksgriff erwiesen. Auf Koh Phayam angekommen, bin ich schlicht überwältigt. 

Diese Insel gleicht einem Paradies. Der wohl schönste Strand "Long beach" befindet sich auf der Westseide und besticht durch seine besonders bei Ebbe große Fläche, seinen feinen Sand und seine wunderbare Lage. Hier ist auch meine Unterkunft und ich versuche bereits bei meiner Ankunft meinen Aufenthalt um mehrere Tage zu verlängern. Keine Chance, alles ausgebucht. Als ich nach einem wunderbaren Abend mit einigen meiner Mitreisenden aus dem Bus am nächsten Morgen beim Frühstück sitze und direkt aufs Meer hinausschaue, zögere ich meine Abreise hinaus und beginne zu schreiben. So verbringe ich die Stunden bis in den Nachmittag hinein und beschließe einen letzten Blick auf Booking.com zu riskieren, ehe ich mich in Richtung Pier aufmache, um die Insel mangels Unterkünften wieder zu verlassen. Und tatsächlich, in einem Hostel direkt um die Ecke muss erst vor wenigen Minuten ein Zimmer frei geworden sein. Das Booking.com Rating zeigt 9.6 - so schnell habe ich noch nie gebucht.

Als ich mich von JJ (dem Inhaber meiner Unterkunft) verabschiede und die rund 150 Meter Luftlinie in Richtung "Tropical Hostel" zurücklege, ahne ich noch nicht, dass ich hier die schönsten Tage seit Beginn meiner Reise erleben sollte ... 

Zu Koh Phayam: Die Insel an sich wird hier per Roller erkundet, Autos gibt es im Grunde nicht, dafür sind die Straßen zu klein. Es bietet sich an, diesen bereits bei der Ankunft am Pier auszuleihen, da die Roller sehr gefragt und weiter im Inselinneren schwer zu bekommen sind. Ein must see ist hier auf alle Fälle die Hippie Bar im nördlichen Teil. Mit Herzblut und Feinarbeit ist hier über Jahre etwas entstanden, das man besucht haben sollte. Eine Baranlage komplett aus Holz und Bambus, sehr verwinkelt, auf mehreren Ebenen und einer wirklich großen Fläche mit dutzenden Sitznieschen. Es erinnert beim ersten Betreten ein wenig an ein Labyrinth. Hier besonders zu empfehlen: Die Fruitshakes und Abendveranstaltungen. 

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